Wo sollten Sie Datenlogger beim Temperaturmapping platzieren?

Ein fachlich belastbarer Messplan beginnt nicht mit einem gleichmäßigen Raster. Er beginnt dort, wo das Produkt tatsächlich gelagert wird und wo Temperaturunterschiede am ehesten zu erwarten sind. Über die wichtigsten Leitlinien hinweg ist die Botschaft klar: Wählen Sie repräsentative Positionen, berücksichtigen Sie relevante Risikozonen und halten Sie vorab fest, warum genau diese Loggerpositionen sinnvoll sind.

Kurz gesagt

Datenlogger sollten nicht zufällig verteilt werden. Platzieren Sie sie in relevanten Produktzonen und an erwarteten Risikopositionen: Ecken, verschiedene Höhen, Türbereiche, Zuluft, Rückluft, Außenwände, Kühlaggregate, Fenster und andere Stellen, an denen Hot Spots, Cold Spots oder verzögerte Erholung auftreten können. Die endgültige Position des fest installierten Monitoring-Sensors wird aus den Mappingergebnissen abgeleitet.

Apothekenkühlschrank (Medikamentenkühlschrank) mit 3D-Schnittansicht, die 12 Datenloggerpositionen (T01 bis T12) über die Fachböden für das Temperaturmapping zeigt.
Datenloggerpositionen für einen Apotheken-Medikamentenkühlschrank: 12 Messpunkte auf Fachböden und im Türbereich.

Was die Leitlinien zur Loggerplatzierung sagen

Die Leitlinien nennen selten eine exakte Zahl von Loggern pro Quadratmeter. Sie liefern jedoch die fachliche Logik dafür, warum ein Messpunkt relevant ist. Genau dort ergänzen sich die Quellen.

EU GDP 2013/C 343/01 verlangt vor der Nutzung ein initiales Temperaturmapping unter repräsentativen Bedingungen. Außerdem erwartet GDP, dass feste Monitoring-Sensoren auf Grundlage der Mappingergebnisse an den Punkten mit den größten Schwankungen positioniert werden.

WHO TRS 961 Annex 9 Supplement 8 betrachtet das Mapping räumlich: Türen, Fenster, Außenwände, Verdampfer, Luftströmung, Lagerhöhe und Produktzonen beeinflussen die Platzierung. Diese WHO-Leitlinie ist in erster Linie für Lagerbereiche, Kühlräume, Gefrierräume und andere größere temperaturgeführte Bereiche geschrieben, nicht für kleine Kühlschränke oder kompakte Gefrierschränke.

EU GMP Annex 15 betont einen vorab definierten Messaufbau, Akzeptanzkriterien und Change Control. Für die Loggerplatzierung bedeutet das: Der Plan sollte vor der Durchführung begründet sein und spätere Änderungen müssen nachvollziehbar bleiben.

ISPE übersetzt das in einen lebenszyklusorientierten und risikobasierten Ansatz. Nicht jede Position ist gleich wichtig. Bewertet werden Produktzonen, Worst-Case-Positionen, Luftverteilung, Erholung nach Türöffnungen und die Frage, welche Position des fest installierten Monitoring-Sensors für das spätere Routine-Monitoring geeignet ist.

GDP-Temperaturmapping eines pharmazeutischen Hochregallagers, mit isometrischem 3D-Grundriss der Datenlogger-Platzierung (Oben-, Mittel- und Untenpositionen je Regalspalte) zur Kartierung von Hot Spots und Cold Spots.
Begründete Datenlogger-Platzierung im GDP-Hochregallager: Sensoren oben, mittig und unten je Regalspalte, gestützt auf Hot- und Cold-Spot-Risiko.

An welchen Positionen ist ein Logger typischerweise sinnvoll?

Ein Messpunkt ist besonders wertvoll, wenn er Ihnen hilft, ein reales Produktrisiko oder eine bekannte Risikozone zu bewerten. Die Tabelle unten ist ein praktischer Ausgangspunkt.

Zone oder FaktorWarum relevantFolge für die Platzierung
ProduktzonenDie tatsächliche Lagerung ist wichtiger als ein leerer Gang.Platzieren Sie Logger dort, wo das Produkt tatsächlich gelagert wird oder gelagert werden soll.
Türen und LadezonenEinströmende warme oder kalte Luft sowie die Temperaturerholung nach Türöffnungen können diese Bereiche deutlich beeinflussen.Ergänzen Sie einen zusätzlichen Punkt nahe der Türzone, oft in der Strömungsbahn der einströmenden Luft.
Hohe, mittlere und niedrige EbenenSchichtung und vertikale Temperaturunterschiede sind in vielen Räumen real.Nutzen Sie mehrere Höhen, wenn Lagerhöhe oder Luftverteilung es erfordern.
Kühlaggregat oder VerdampferIn der Nähe kann eine lokale kältere Zone oder eine andere Luftgeschwindigkeit auftreten.Setzen Sie einen Punkt im Einflussbereich, ohne sich ausschließlich auf den direkten Ausblaspunkt zu konzentrieren.
Außenwand oder FensterSonneneinstrahlung und Außentemperatur können Randzonen beeinflussen.Fügen Sie Randpunkte an empfindlichen Fassaden- oder Fensterbereichen hinzu.
Ecken und TotzonenDie Luftzirkulation ist dort oft weniger gleichmäßig.Nutzen Sie Rand- oder Eckpunkte, um Bereiche mit geringer Luftbewegung zu prüfen.
Bekannte AbweichungszonenFrühere Abweichungen oder Beschwerden erhöhen das Risiko.Setzen Sie gezielt einen Zusatzpunkt, auch wenn das Raster dort keinen vorgesehen hätte.
Feste MonitoringpositionDiese Position sollte für das spätere Routine-Monitoring geeignet sein.Beziehen Sie die geplante Position des Monitoring-Sensors in das Mapping ein und prüfen Sie, ob sie fachlich sinnvoll ist.
Video (1:45, auf Englisch): wie viele Datenlogger Sie brauchen und wo Sie sie platzieren. Beim Abspielen wird das Video von YouTube geladen. Auf YouTube ansehen

Mit dem Produkt beginnen, nicht mit dem leeren Raum

Ein typischer Fehler ist es, Logger gleichmäßig über den Grundriss zu verteilen, während das Produkt ganz woanders liegt. Die Leitlinien stellen stattdessen die Temperaturbedingungen an den tatsächlichen Lagerpositionen in den Vordergrund. Eine leere Ecke kann trotzdem relevant sein, aber nur dann, wenn sie wegen Lagerung, Luftströmung oder Risiko wirklich eine Rolle spielt.

Deshalb unterscheidet sich die Loggerplatzierung je nach Situation. Ein hohes GDP-Lager mit Regalen braucht einen anderen Aufbau als ein Apothekenkühlschrank, ein ULT-Gefrierschrank oder ein Kühlraum mit häufigen Türöffnungen. Die Kernfrage bleibt immer gleich: Welche Zonen könnten für das Produkt am wärmsten, kältesten oder am wenigsten stabil sein?

Mehrere Höhen sind oft notwendig

In größeren Räumen oder bei hohen Regalen sind Temperaturunterschiede zwischen niedrigen, mittleren und hohen Positionen nichts Ungewöhnliches. Warme Luft steigt auf, kalte Luft sinkt ab und die Luftverteilung verläuft nicht immer gleichmäßig durch den gesamten Raum. Eine einzige Messebene reicht deshalb oft nicht aus.

In Kühlräumen und Lagern ist es sinnvoll, vertikale Unterschiede im Protokoll zu berücksichtigen. Bei kleinen Kühlschränken oder kompakten Gefrierschränken verschiebt sich der Fokus häufiger auf Türbereich, Rückwand, oberes Fach, unteres Fach und die Position des festen Sensors.

Wie diese Leitlinien Ihre Loggerplatzierung gemeinsam stützen

GDP macht deutlich, dass das feste Monitoring aus dem Mapping hervorgehen sollte. WHO unterstützt die Bewertung der räumlichen Risikofaktoren: Wo befinden sich Türen, äußere Einflüsse, Luftmuster und Produktzonen? GMP Annex 15 verlangt, dass der Messaufbau vorab festgelegt wird und spätere Änderungen kontrolliert werden. ISPE hilft anschließend dabei, diese Entscheidungen in einen praxisnahen, risikobasierten Messaufbau zu überführen.

In der Praxis bedeutet das: keine pauschale Platzierung, sondern ein fachlich begründeter Messpunktplan. Also nicht nur "ein Logger nahe der Tür", sondern eine Erklärung, warum diese Tür relevant ist, auf welcher Höhe gemessen wird und wie diese Position zu Lagerung, Luftströmung, Nutzung und Akzeptanzkriterien passt.

Möchten Sie selbst einen ersten Messpunktplan erstellen?

Für Lager, Kühlräume, Kühlschränke, Gefrierschränke und Klimaschränke können Sie unser 3D-Tool als Ausgangspunkt für Ihren Messpunktplan nutzen. Das Tool ist bewusst ein erster Vorschlag und kein Ersatz für ein auditgerechtes Protokoll.

Loggerplatzierungs-Tool starten 3D-Messpunktplan aus dem Temperaturmapping-Tool - für die Datenlogger-Platzierung beim Temperaturmapping

Wofür das Tool gedacht ist

Das 3D-Tool unterstützt sowohl Räume (Lager, Kühlräume, Gefrierräume) als auch Geräte (Kühlschränke, Gefrierschränke, Klimaschränke). Bei Räumen helfen Grundfläche, Höhe, Produktzonen und Risikobereiche beim Aufbau eines sinnvollen ersten Rasters. Bei Geräten berücksichtigt der Assistent Ablagen, Volumen und Türposition.

Der Assistent passt die Logik automatisch an den jeweiligen Typ an: ein Raster über mehrere Höhen für größere Räume, eine regal- und volumenbasierte Anordnung für Geräte. Der Artikel ist daher bewusst breiter angelegt als das Tool selbst.

Häufige Fehler bei der Platzierung von Datenloggern

  • Logger gleichmäßig verteilen, ohne zu prüfen, wo das Produkt tatsächlich gelagert wird.
  • Nur in der Mitte messen und Rand-, Eck- oder Höhenpositionen ignorieren.
  • Den Einfluss von Türen und Ladezonen unterschätzen.
  • Die geplante Position des fest installierten Monitoring-Sensors nicht in das Mapping aufnehmen.
  • Messpunkte nachträglich ändern, ohne Protokoll oder Abweichungsdokumentation anzupassen.
  • Die Tool-Ausgabe ohne weitere Prüfung als automatisch auditfähig behandeln.

Verwendete Quellen

  • EU GDP 2013/C 343/01, insbesondere die Anforderungen an initiales Temperaturmapping und die Ableitung der Monitoringposition aus den Mapping-Ergebnissen.
  • EudraLex Volume 4, Annex 15: Qualification and Validation, für vorab definierten Messaufbau, Akzeptanzkriterien und Change Control.
  • WHO TRS 961 Annex 9 Supplement 8, für Temperaturmapping von Lagerbereichen und die Bewertung räumlicher Risikopositionen.
  • ISPE Good Practice Guidance für die risikobasierte Beurteilung von Loggerstandorten, Luftverteilung und Worst-Case-Zonen.

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Möchten Sie einen ersten Loggerplan oder einen vollständig auditfähigen Messplan?

Praktische Entscheidungslogik für die Loggerplatzierung

Nutzen Sie diese Schritte als inhaltlichen Rahmen, bevor Sie ein Raster zeichnen oder Logger mieten.

01

Festlegen, wo das Produkt liegt

Nicht jeder Kubikmeter ist gleich wichtig. Beginnen Sie mit den Lagerzonen, nicht mit der leeren Fläche.

02

Risikopositionen markieren

Denken Sie an Türen, Kühlaggregate, Außenwände, Fenster, Regalanlagen, frühere Abweichungszonen und die Erholung nach Türöffnungen.

03

In drei Dimensionen denken

In hohen Räumen, in Räumen mit Regalen oder bei klarer Luftschichtung sollten Logger oft auf mehreren Ebenen platziert werden.

04

Die Begründung vorab festhalten

Ihre Platzierung ist belastbarer und leichter zu verteidigen, wenn sie vorab im Protokoll oder Messplan begründet wird.

05

Mapping zur Definition des Monitorings nutzen

Die feste Sensorposition sollte idealerweise aus den Punkten hervorgehen, die sich als am wärmsten, kältesten oder am variabelsten zeigen.

06

Die Tool-Ausgabe kritisch prüfen

Ein Tool hilft beim Start. Die endgültige auditgerechte und fachlich begründete Entscheidung hängt weiterhin vom realen Raum und vom Zweck der Studie ab.

Häufige Fragen zur Loggerplatzierung

Kurze Antworten für Lager, Kühlräume, Kühlschränke und andere temperaturgeführte Lagerbereiche.

Tipp: Nutzen Sie die FAQ als schnellen Einstieg und die Quellenliste oben für die zugrunde liegende Logik.

Platzierungslogik

Wo sollten Sie Datenlogger beim Temperaturmapping eines Lagers oder Kühlraums platzieren?
In Produktzonen und an erwarteten Risikopositionen: Ecken, verschiedene Höhen, Türbereiche, Zuluft, Rückluft, Außenwände, Kühlaggregate, Fenster und andere Punkte, an denen sich Temperaturverhalten oder Erholung unterscheiden können.
Sollten Logger vor allem dort platziert werden, wo das Produkt gelagert wird, oder im leeren Raum?
Vor allem dort, wo das Produkt gelagert wird oder gelagert werden soll. Eine leere Ecke ist nur dann relevant, wenn sie gleichzeitig ein glaubwürdiges Risiko darstellt, etwa wegen schlechter Luftströmung, Außeneinfluss oder Türeinwirkung.
Müssen Sie auf mehreren Höhen messen?
Oft ja, besonders in höheren Räumen, Regalanlagen oder Kühlräumen. Schichtung und höhenbedingte Unterschiede können dort für die Temperatur rund um das Produkt relevant sein.
Sollte die feste Monitoringposition ebenfalls im Mapping enthalten sein?
Ja, das ist sinnvoll. GDP beschreibt, dass der feste Monitoringfühler auf den Mapping-Ergebnissen und auf den Punkten mit den größten Schwankungen beruhen sollte.

Leitlinien und Begründung

Sagt GDP genau, wie viele Logger Sie brauchen oder wo sie platziert werden müssen?
Nicht als feste universelle Formel. GDP verlangt vor allem ein repräsentatives Mapping und erwartet, dass Monitoringpositionen auf Basis der Mapping-Ergebnisse ausgewählt werden.
Was ergänzt WHO zur Loggerplatzierung?
WHO hilft vor allem bei der praktischen räumlichen Bewertung: Türen, Fenster, Verdampfer, Produktzonen, Höhenunterschiede, Beladung und andere Risikopositionen, die die Temperaturverteilung beeinflussen können.
Warum ist GMP Annex 15 für die Loggerplatzierung relevant?
Weil Annex 15 betont, dass Messaufbau, Akzeptanzkriterien und Änderungen im Voraus geplant und dokumentiert sein müssen. Loggerplatzierung ist daher keine lose Ausführungsentscheidung, sondern Teil eines qualifizierten Messplans.
Was meint ISPE mit einem risikobasierten Ansatz?
Damit ist gemeint, dass Sie nicht einfach ein sauberes Raster zeichnen. Stattdessen bewerten Sie gezielt Produktzonen, Worst-Case-Positionen, Luftströmung, Türverhalten, Nutzung und das spätere Routine-Monitoring.

Tool und Praxis

Kann das 3D-Tool diese Entscheidung für mich treffen?
Nein. Das 3D-Loggerplatzierungs-Tool liefert einen ersten visuellen Vorschlag. Für eine auditfähige Mapping-Studie muss die endgültige Platzierung weiterhin bewertet, dokumentiert und im Protokoll oder Dossier begründet werden.
Welche Räume und Geräte unterstützt das Tool?
Lager, Kühlräume, Gefrierräume, Kühlschränke, Gefrierschränke und Klimaschränke. Der Assistent passt die Logik automatisch an den jeweiligen Typ an.
Kann Temperature Mapping Europe den Messplan prüfen?
Ja. Wir können einen ersten Tool-Vorschlag oder Ihren eigenen Plan prüfen und in Loggervermietung, Protokoll, Auswertung und ein auditfähiges Dossier überführen.
Was folgt nach einem ersten Messpunktvorschlag?
Halten Sie Geltungsbereich, Messdauer, Akzeptanzkriterien, Testszenarien und Loggerpositionen in einem Protokoll fest. Danach folgen Durchführung, Auswertung und die Begründung der endgültigen Position des Monitoring-Sensors. Möchten Sie das finale Dossier anhand der Audit-Anforderungen prüfen, geht das mit dem Audit-Check Temperaturmapping.